07. Juni 2011
Häfler Grüne präzisieren Position zu
Verkehrsfragen
Der Ortsverband von Bündnis90 / Die Grünen ergänzt die Aussagen seines
Landtagsabgeordneten, Martin Hahn, anlässlich dessen Antrittsbesuchs bei Oberbürgermeister
Andreas Brand. „Oberste Priorität unter allen Verkehrsprojekten hat bei uns die
Elektrifizierung der Südbahn und - möglichst zeitnah - der Bodenseegürtelbahn“,
sagt der Vorsitzende des Ortsverbandes, Matthias Klemm. „Dafür werden wir uns mit
Nachdruck bei Landesverkehrsminister Winfried Hermann einsetzen.“
Zukunftsfähige Mobilität verlagere sich stärker auf die Bahn, dies erkenne auch
der neueste Nahverkehrsplan des Bodenseekreises an. „Die Ertüchtigung der Bahn
im Personen- und Güterverkehr zieht die geringsten Umweltprobleme nach sich,
verbraucht weniger Flächen und bietet Fahrgästen den höchsten Reisekomfort
insbesondere mit Blick auf eine Verkürzung der Fahrzeiten“, betont Klemm.
Zweifelsohne werde auch der individuelle PKW- und LKW-Verkehr in Zukunft eine
große Rolle spielen. „Wir Grünen haben die Notwendigkeit der Umgehung von
Friedrichshafen auf einer neuen B31-Trasse nie in Frage gestellt“, sagt Klemm.
„Wir kritisieren jedoch nach wie vor die Fehlleistungen im vorliegenden Planfeststellungsbeschluss.“
Vierspurigkeit und Spaltensteiner Knoten machten das Projekt unnötig teuer und
seien letztlich für die Verzögerungen beim Baubeginn verantwortlich. Es sei
bedauerlich, dass die Grünen Forderungen der Dreispurigkeit und des vorläufigen
Verzichts auf den Spaltensteiner Knoten im Petitionsverfahren ungehört blieben.
Den Planern sei es weniger um die Entlastung Friedrichshafens als vielmehr um
ein großes kreisweites Netz aus neuen Straßen gegangen, das die Grünen
ablehnen, weil es mehr Straßenverkehr induziert. „Wir gehen davon aus, dass
weder der Planungsfall 7.5 noch die Verkettung von Ortsumfahrungen zu einer
neuen Hinterlandtrasse via Markdorf und Salem verwirklicht werden“, behauptet
der Ortsvorsitzende. Unter dieser Prämisse bekommt Friedrichshafen gemäß
Planfeststellung eine Umfahrung, die sowohl im Osten als auch im Westen von der
Vierspurigkeit in die Zweispurigkeit übergeht und einen Knoten bei
Spaltenstein, der seinen Zweck nicht erfüllt. Diese Faktoren senken den
Nutzen-Kosten-Faktor des Bauvorhabens und damit die Chancen in der Konkurrenz
zu anderen planfestgestellten Bauvorhaben im Land.